Do / 13.12.18 / 19.30 Uhr
Vortrag
Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer
«Trompe-l'œil.
Die Augentäuschung oder: Kein Durchblick mehr»

Bekanntlich entdeckten italienische Künstler der Renaissance die Zentralperspektive und fanden Methoden, um einen optisch überzeugenden Tiefenraum in Gemälden zu konstruieren. Der berühmte Theoretiker Leon Battista Alberti nannte ein Gemälde dementsprechend ein «Fenster», hinter dessen Öffnung sich die gemalte Welt erschließt.
Dies revolutionäre Konzept enthielt aber sofort auch das gegenteilige Potential: Was ist, wenn ein Gemälde kein offenes Fenster, sondern eine undurchdringliche Fläche ist, vor der sich alles Gemalte befindet? Jahrhundertelang hat dieses Gedankenspiel die verschiedensten «Augentäuscher» (Trompe-l’oeils) hervorgebracht.

Cornelis Gijsbrecht, Rückseite eines Gemäldes, 1670, Öl auf Leinwand, 66,6 x 86,5 cm, Staatens Museum for Kunst, Copenhagen
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